Erneute Änderung in der Lehrerbildung
Zwei Jahre nachdem die Bergische Universität Wuppertal die gesamte Lehrerbildung auf das Bachelor/Master-System umstellte kommt nun eine erneute Änderung.
Durch das kürzlich verabschiedete Lehrerausbildungsgesetz (kurz: LABG) erwartet angehende Lehrerinnen & Lehrer bei ihrer Einschreibung in der Uni Wuppertal wieder neue Prüfungsordnungen. Insbesonders Neu-Studierende, welche später an einer Grundschule unterichten möchten, erwartet eine große Umstrukturierung. Sie müssen sich nun im kombinatorischen Bachelor in das Fach “Grundlagen der Germanistik und der Mathematik” einschreiben. Bis zum 15. Juli 2009 haben sich die frischen Abiturienten zu bewerben, der große Krititkpunkt: Die Prüfungsordnung ist nirgends einsehbar! Sehr schade, dass man Bewerber zwingt “die Katze im Sack zu kaufen”.
Das LABG birgt aber auch weiter Probleme. So wird nun zusätzlich zum 6-semestrigen Bachelor, für alle Schulformen, ein 4-semestriger Master of Education vorausgesetzt, welcher von nun an ein 5 Monate dauerndes Schulpraktikum beinhaltet. Dafür soll nun das Referendariat von 24 Monaten schrittweise erst auf 18 Monate & schließlich auf 12 Monate verkürzt werden. Das hier Studierende in Zukunft einen Teil ihres Referendariats im Studium absolvieren müssen & daher einen nicht unerheblichen Verdienstausfall haben werden freut natürlich das Land, hier kann viel Geld gespart werden – zum Nachteil der angehenden LehrerInnen.
Das nun Lehrer immer länger studieren müssen, bevor sie endlich ihrem Beruf nachgehen dürfen, ist ein beängstigender Trend. Wer sich zum Wintersemester 2006 in Wuppertal mit dem Ziel GrundschullehrerIn zu werden, einschrieb hatte eine Regelstudienzeit von 7 Semestern und ein Referendariat von 2 Jahren. Studierende die im Wintersemester 2009 mit dem selben Berufsziel ihr Studium beginnen haben eine Regelstudienzeit von 10 Semestern und ein Referendaritat von 1 bis 1 1/2 Jahren (abhängig davon, wie schnell die Umstellung denn nun voranschreitet). Bei jährlichen Studiengebühren von 1.000,- € stellt dies eine große finanzielle Belastung dar!
Laut Dr. Michael Brinkmeier (Hochschulpolitischer Sprecher der CDU Landtagsfraktion NRW) ist eine Anpassung der Gehälter von angehenden Grund-, Haupt-, & RealschullehrerInnen an die Stufe der GymnasiallehrerInnen geplant, was genau mit den Studierenden des Modellversuchs (die Jahrgänge zwischen WS 07/08 und SS 09) passieren wird, wurde aber nicht deutlich. Überhaupt scheint noch sehr vieles in diesem Bereich unklar & nicht durchdacht!
Beim LABG ist zu begrüßen, dass man nun endlich eine Anpassung an internationale Studiengänge vorgenommen hat. Endlich wurden die Prüfungsordnungen der großen Vorbilder zumindest angesehen. Allerdings wird durch das LABG den Studierenden ein Bachelor präsentiert, der nur noch zu einem Master of Education befähigt, da er viel zu stark an den Lehrerberuf angepasst wurde. Somit muss endlich die Zulassungsbeschränkung im Master aufgehoben werden, das schon vorher dürftige Argument ein Bachelor wäre auch ohne einen Master wertig wird nun endgültig entwertet! Auch muss es im Praxissemester eine Entlohnung für die Studierenden geben, angehende LehrerInnen dürfen nicht noch stärker von der Landesregierung ausgenutzt werden!
Allen angehenden LehrerInnen ist stark zu empfehlen einen Blick ins LABG zu werfen.












Dienstag, 7.Juli 2009 von Philip Maurice
Hochschulgruppe